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Dr. Maximilian Löweneck
Dr. Max Josef Löweneck wurde am 24. November 1866 in Traunstein geboren. Er war das 9. Kind der Familie Löweneck, einer Volksschullehrerfamilie.
Nach bestandenem Abitur wollte er zunächst Architektur studieren, wechselte jedoch bald an die Philosophische Fakultät der Universität München. Dort belegte er Sprachen, Pädagogik, Psychologie und Philosophie. 1890 bestand Löweneck die „Lehramtsprüfung für Neuere Sprachen“ mit Erfolg. Sein ausgezeichnetes Ergebnis verhalf ihm zu einem Stipendium für ein einjähriges Studium in London, wo er sich mit der Analyse einer in mittelenglisch geschriebenen philosophisch-medizinischen Schrift beschäftigte. Aus dieser entwickelte sich seine spätere Dissertation. 1891 legte er in München ein Spezialexamen für Neuphilologie ab und wurde anschließend zum Lehramtsassistent an der Realschule Kaufbeuren ernannt. Zwei Jahre später beförderte man ihn zum Reallehrer.
Seine Karriere setzte er 1895 an der „Höheren Töchterschule“, der Luisenschule, in München fort. 1897 heiratete Max Löweneck. Aus der Ehe gingen die Kinder Lili und Maximilian, der spätere Chirurg Prof. Dr. Maximilian Löweneck, hervor.
Als 1901 der Augsburger Stadtschulrat Ludwig Bauer in den Ruhestand ging, wählte ihn der Stadtrat einstimmig zu dessen Nachfolger. Er trat sein Amt als Augsburger Stadtschulrat und Königlicher Stadtkommissar am 1. Mai 1901 an.
Nach seiner Amtsübernahme ging Löweneck sofort an die Arbeit, eine organisatorische und pädagogische Struktur in das Augsburger Schulwesen zu bringen. Lange beobachtete er die Gegebenheiten und vor allem den Unterricht an den ansässigen Schulen. Ihm missfiel, dass die Schüler fast ausschließlich passiv dem Unterricht der dozierenden Lehrkraft folgten. Er war sich sicher, dass es nicht nur darum ging, auswendig zu lernen, zu trainieren, möglichst viel Wissen zu vermitteln und den Lernstoff regelmäßig durch Prüfungen abzufragen. Diese Einseitigkeit entsprach nicht dem beginnenden 20. Jahrhundert. Mit seiner Meinung jedoch stieß er auf viel Widerstand, denn die meisten Lehrer waren von ihrer „Lernschule“ überzeugt.
Er knüpfte Kontakte zu führenden Pädagogen wie z. B. Georg Kerschensteiner, der zur Zeit seines Schulgehilfendienstes im benachbarten Lechhausen tätig gewesen war. Tag und Nacht beschäftigte er sich mit pädagogischen Fragen und führte Diskussionen mit seinen zahlreichen Gästen. Immer mehr kam er zu der Überzeugung, dass das Konzept der „Arbeitsschule“ die richtige Art des Lehrens sei:
Die wesentlichen Merkmale des Begriffes Arbeitsschule sind Selbsttätigkeit und schöpferisches Gestalten. Die Arbeitsschule sollte in einer Art Gemeinschaftsschule stattfinden, welche eine Gemeinschaft zwischen Eltern, Lehrern und Schülern bildet. Wichtig ist der gegenseitige Austausch von Meinungen und Erfahrungen auf Beratungstagen, Elternabenden und Schulfesten.
So führte Löweneck den ersten Versuch einer Arbeitsschule in der Elias-Holl-Schule ein. Die Kurse im praktischen Unterricht fanden regelmäßig an den Nachmittagen statt. Ergebnisse stellte er in Ausstellungen vor. Die Persönlichkeitsentfaltung der Kinder, welche durch die „Arbeitsschule“ gefördert wurde, war Löweneck sehr wichtig:
.... so können aus ihnen Menschen werden, die selbständig sind und sich ihr eigenes Leben zimmern.. Jahr um Jahr erweiterte er -unterbrochen von den Kriegswirren- die Arbeitsschule. Auf Grund der Lebensmittelknappheit wurden der Unterricht und das Arbeiten in Schulgärten eingeführt. So bekam das „Schulhaus rechts der Wertach“, die spätere 
Ludwig-Bauer-Schule, einen Schulgarten mit Obstbäumen, Frühbeeten, usw.. Die „Neue Landeslehrer- Verordnung“ -der Augsburger Lehrplan- wurde schließlich ministeriell genehmigt. Nicht mehr der Stoff, sondern das Kind in seiner Umwelt bestimmte den Unterricht. Naturwissenschaftliche Fächer wie Biologie, Physik und Chemie wurden verbindlich eingeführt. Beobachtungen und Versuche standen in diesen Fächern an erster Stelle. Unterrichtsgänge und Schulwanderungen fanden immer mehr ihren Einzug. Löweneck setzte durch, dass Fahrten mit der Straßenbahn zu den Sportanlagen und Schwimmbädern kostenfrei wurden. Um die Gesundheit der Kinder zu erhalten, forderte er die Einführung einer Schulzahnklinik und eines hauptamtlichen Schulhilfsarztes. Ergebnisse und Unterlagen aus der Arbeitsschule wurden von den Lehrkräften im Bayerischen Schulmuseum in der Jesuitengasse zusammengetragen, ausgetauscht und ausgestellt. Regelmäßig traf man sich dort zu Fortbildungen und zur Diskussion. Emsig trieb er den Neubau weiterer Volksschulen an, z.B. der Schule „Vor dem Roten Tor“ und des ersten Flügels der Löweneck-Volksschule. Auch die berufliche Bildung gewann immer mehr an Bedeutung. So wurde in Sonderklassen für Kaufleute, Textilarbeit, Bäcker, usw. differenziert, eine „Hauswirtschaftliche Berufsschule“ und eine „Städtische Baugewerkschule“ neben vielen weiteren Einrichtungen gegründet.
Die höhere Bildung der Mädchen war Max Löweneck ebenfalls ein dringendes Anliegen. So entstand die „Städtische Töchterschule“ -das spätere „Maria-Theresia-Gymnasium“ , die „Agnes-Bernauer-Realschule“ und die „Reischlesche Mädchenhandelsschule“. Eine „Höhere Handelsschule“ bildete das „Jakob-Fugger Gymnasium“.
Am 16. April 1932 ging Löweneck in den Ruhestand. In einer Feierstunde des Augsburger Stadtrates würdigte der erste Bürgermeister Dr. Bohl seine großen Verdienste um den „Auf- und Ausbau des Augsburger Schulwesens und das pädagogische Engagement als Reformer für einen schülerbezogenen Unterricht im Rahmen des Arbeitsschulgedankens“.


Zur Erinnerung an den großen Pädagogen verlieh der Stadtrat der Volksschule an der Flurstraße den Namen „Löweneck-Schule“, den sie auch heute noch trägt.
(Nach Martin Nießeler, .Dr. Max Löweneck.)
Die Löweneckschule im Jahre 1932

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